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[Automaatisk auerdraanj]

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den i-Umlaut von germ. u und ü, wird, wie § 8 A, 9 und D, 1 und 5
gezeigt ist, hier nicht geteilt. — Auslautendes germ. y ist zwar
a.-f.-h.-s. und ndfrs. wie ost- und westfrs. zu i geworden, wie im Ken-
tischen und im spätem Englisch überhaupt; für eine ältste Sondrung
der ingw. Mundarten kann diese Erscheinung aber nicht in Betracht
kommen.

2) Der übereinstimmende Abfall des auslautenden n im Northum-
brischen, A.-F.-H.-S., Ndfrs. und Ost- und Westfrs. beweist nichts für eine
nähere Beziehung des Northumbrischen zu den letztgenannten Sprachen.

3) Die § 8 unter D, 1 gegebnen Hinweise ergeben a.-f.-h.-s. e für
germ. e, ai und au -|- i, aber ndfrs. e für germ. e und ndfrs. e für
germ. ai und au -|- i; da nun ai: e die Zwischenstufe e voraussetzt,
so ergiebt sich für die ältste Zeit ndfrs. je für germ. e und e für ai
und au + i. Beide Mundarten weichen von allen englischen Mund-
arten in der Behandlung des ai ab, hier ä, dort e. Während für das
A.-F.-H.-S. nicht auszumachen ist, wann das für germ. e als ingw. vor-
auszusetzende äe mit dem e aus germ. ai und au -+- i zusammengefallen
ist, so ist erweisbar nur für das Ndfrs. die Übereinstimmung mit
dem westsächs.; ndfrs. und westsächs. sind die einzigen ingw. Mund*
arten, welche nachweislich germ. e und germ. au -f- i nicht in einen
Laut haben zusammenfallen lassen. — ö und ü, 8 und ü bestanden im
ältsten A.-F.-H.-S. und Ndfrs. wie im ältsten Engl, ausser dem Kentischen.

4) Alle englischen Mundarten haben germ. au zu ea gemacht.
Dass das a.-f.-h.-s. üse, üe, uä, 6a und ndfrs. ü für germ. au (§ 8,
A, 4 und C, 2) auf ä zurückgeht, beweist das Wort „Pfahl": a. püsel,
f. püel, h. puäl, s. poal, ndfrs. pul. Dass dieses ä nicht aus ea ent-
standen sein kann, beweist der Gegensatz von z. B. a. sgüset Schoos
und s'üer Scheere, letztres aus *sjüer aus *skjüer aus *skjär
aus *skeär, s. unten 6); geht s' auf skj zurück, so beweist das sg
von sgüset ein ursprüngliches ä.

5) Die Brechung des a ist im A.-F.-H.-S. und Ndfrs. nur vor r,
nicht vor 1 eingetreten, wie im Ost- und Westfrs. und im Anglischen.
Z. B. aengl. earm Arm, afrs. erm, wfrs. earem, sat. erm, wang.
erem, ndfrs. erem, eirm, a. iersem, f. ierem, h. iärm, s. jerem;
aber w T estsächs., kent. healdan halten: angl. häldan, afrs. hälda,
wfrs. hade, sat. holde, wang. hol, ndfrs. hül'e, hüle, hüle, a. hu sei,
f. hüel, s. hoalS.

6) Von allen ingw. Mundarten ist nur im Westsächs. und A.-F.-H.-S.
die Diphthongierung durch Palatale eingetreten, z. B. nichtwestsächs.
ger Jahr, afrs. ier, wfrs. jier, sat. und wang. jer, ndfrs. j er, jir, ir:
wests. gear, a.-f. jüer, h. juär, s. jör. Diese Übereinstimmung ist
darum von ganz besondrer Wichtigkeit, weil wir in der glücklichen
Lage sind die Zeit dieser Diphthongierung bestimmen zu können:
Westsächs. ciese Käse kann zur Zeit, als die Diphthongierung ein-
trat, noch nicht das i- Umlauts -se gehabt haben, weil aus *caese ein

  • cease geworden wäre, wie *sciep Schaf zu sceap geworden ist; *cäsi

kann das Wort damals auch nicht mehr gelautet haben, weil von der
Diphthongierung nur die breiten Vokale ae, äe, e, e betroffen worden sind;