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„Er gehörte zu dem Volke u.“

Bunde“ — aus dem Grunde, „weil ich kein Deutscher
sei!“ — Es war die Zensur der Erbärmlichkeit.
    Damit Ihr mich nun um so eher verstehen
und die Beweggründe meiner Begrüßung um so
richtiger auffassen möget, werde ich Euch zuvor den
Standpunkt meiner Anschauung bezeichnen; den
Standpunkt, auf welchem die öde, freudenlose,
dornenreiche Bahn meines Lebens mich emporführte
— eines Lebens, das sich entfaltete in mir in ge-
heimnisvoller Tiefe von der Wiege an, und das
sich gestaltete außer mir in gleichem Verhältnis
ereignisvoll, verhängnisvoll — in ununterbrochenem
Kampf, eine höhere Idee verfolgend, eine hüöhere
Idee vertretend, die Ur-Idee, welche der Menschheit
zu Grunde liegt, und aus welcher aale Form-
bildungen der Entwickelung des Menschengeschlechts
hervorgehen, als unbedingte Wirkung eines ewig
allwaltenden Geistes.
    Wohl gleichet mein Standpunkt an und für
sich der Stellung auf einer schroffen Felsenkoppe,
die keinen Raum gestattet neben mir für die Be-
gleitung eines liebenden Wesens. Es ist die Felsen-
höhe der Entsagung, nackt und ohne Spur einer
duftenden Vegetation, bedeckt mit Eis und umheult
vom Sturme der Zeit. Tief unter mir liegen die
Ansprüche des Lebens, unkenntlich in nebel-
bedeckten Tälern: Erdenglück und beseligender Ge-
nuß. Gewitterwolken des Verhängnisses umlagern
den Felsen, aber ihre Blitze zischen abwärts, sie
treffen mich nicht mehr. Ihre Donner rollen als
dumpfe Harmonie eines Daseins, welches sich hinan-
gezogen fühlt durch geistige Attraktion, zur licht-
strahlenden Sternenwelt, deren Myriarden über
meinem haupte keine Wolke der Erdenmacht mehr
umhüllet. So erblickte ich hinter mir den ver-